Exploring the landscape - Wege in eine neue Bildungslandschaft

Projekttitel:   Exploring the landscape - Wege in eine neue Bildungslandschaft
Laufzeit:   Februar (April) 2007 -November 2008
Projektleitung:   Andreas Krauß (krauss(at)network-rope.org)
Kurzbeschreibung:   "Weil wir immer die Hühner einfangen müssen, kommen wir nicht dazu, den Zaun zu reparieren" so oder so ähnlich würden viele Schulen ihre Situation beschreiben. Die wenigsten denken an Lösungsstrukturen außerhalb dieses Zwangssystems. Warum aber nicht ein Schulsystem schaffen, dem die Hühner nicht weglaufen, das keinen Zaun braucht? Hühner rennen selten vor etwas weg, sondern fliehen woanders hin, suchen das bessere Futter, Hühner treibt man nicht, man lockt sie. Und Schülerinnen und Schüler? Wäre nicht eine Institution Schule, um den Zwang des "besucht werden Müssens" befreit, ihrerseits gezwungen, Angebote zu machen, die aus der Sicht der Abnehmer für sich genommen lockend, weil nutzbringend sind?
In der offenen Jugendarbeitgibt es diesen Zwang nicht, wer nicht freiwillig kommt, kommt gar nicht. Hier muss a priori eine Verständigung über Nutzen und Gebrauchswert des Angebots erzielt sein, denn Gebrauchswert verdrängende Tauschwertzertifikate gibt es dort (noch) nicht. Wenn die Verständigung nicht trägt, ist das Angebot allerdings schnell durch Unverbindlichkeit gefährdet, es gibt wiederum keine Möglichkeit, Nachhaltigkeit durch äußerliche Strukturen zu sichern.
In einer Verbindung beider Systeme, Schule und Jugendarbeit, könnte eine Chance liegen - Angebote zu schaffen, in denen die Wahl zur Pflicht wird. Man muss ein "Angebot" wahrnehmen, darf aber wählen und mitbestimmen welches.
Programmformat:   Aktionsprogramm "Partizipation und Kooperation zwischen Jugendarbeit und Schule (PKJS)" des Hessischen Ministeriums für Arbeit, Familie und Gesundheit

Auf dem Weg zum "Gesamt-Jugendbildungshaus" Kranichstein

Projektziel: Gemeinsame exemplarisch-modellhafte Entwicklung und Durchführung integrativer Lernfelder zwischen Jugendhilfe und Schule auf dem Wege - via topos - zum "Gesamt-Jugendbildungshaus" Kranichstein

Handlungsfelder: Gemeinsame Aktivitäten zwischen Jugendhilfe und Schule zur Neugestaltung (selbst-) verantwortlicher Bildungsprozesse als konsequente Umsetzung des Lernprinzips "Frei-Willigkeit"

Zielgruppe: Schülerinnen und Schüler

Altersgruppe: 13 bis 14 Jahre (Klassenstufe 7)

Gruppengröße/Anzahl: ca. 50

Herkunftsländer: Kinder und Jugendliche aus den verschiedenen Herkunftsländern des multikulturell zusammengesetzten Stadtteils

Finanzierende Stellen: HSM und Eigenmittel der Trägergemeinschaft

Funktion/Qualifikation der Mitarbeiter/-innen: Lehrer und im Bereich von Jugendsozialarbeit tätige Personen (Sozialpädagogen, Sozialarbeiter, Politikwissenschaftler, Erziehungswissenschaftler, Pfarrer, Pastoralreferentin) Entwicklung und Erprobung neuer integrierter Lernfelder im Gesamtcurriculum von Jugendbildung & Offener Jugendarbeit - Schule

Kooperierende Schule: Stadtteilschule Erich-Kästner-Schule, Grundschule und Integrierte Gesamtschule im Prozess des Umbaus zur kooperativen Ganztagsschule in gebundener Form

Sonstige Kooperationspartner/-innen: Netzwerk ROPE e.V. / JugendKlub Kranichstein / Ökumenisches Gemeindezentrum / Ökumenisches Kinder- und Jugendhaus / Sozialkritischer Arbeitskreis Darmstadt e.V. (SKA) - Träger der Schul-Sozialarbeit

Kurzbeschreibung: Ziel des Projektes ist es Kinder und Jugendliche, die Schule und die Einrichtungen der offenen Jugendarbeit im Stadtteil Darmstadt-Kranichstein gleichberechtigt an einer umfassenden Neugestaltung des Bildungsbereiches zu beteiligen. Auf dem Weg zu einer pädagogischen Gesamtkonzeption von Bildung, Erziehung und Betreuung und strukturellen Rahmenbedingungen, die das Recht von Kindern und Jugendlichen, jederzeit und jederorts als Subjekte von Bildung ernst genommen zu werden, voll entfalten, werden sich die 'klassischen' Arbeitsfelder von Schule und Jugendarbeit ändern. Eventuell entstehen neue, größere Schnittmengen bzw. werden "althergebrachte" Institutionsformen transformiert. Kinder und Jugendliche, Lehrer sowie Fachkräfte der Jugendarbeit sollen in einen gemeinsamen Lernprozess eintreten, dessen Ergebnis offen ist, in dem aber die Grundprinzipien einer neuen, ganzheitlichen, vom Rechtsanspruch der Kinder und Jugendlichen hergeleiteten Bildung bereits handlungswirksam sind: Partizipative Organisation, Ressourcenorientierung, demokratische Mitwirkung, Lebenswelt-Relevanz.

In Darmstadt-Kranichstein sind verschiedene Bausteine eines abgestimmten Bildungsmodells bereits vorhanden: So befindet sich die Stadtteilschule Erich-Kästner-Schule, Grundschule und Integrierte Gesamtschule im Prozess des Umbaus zur kooperativen Ganztagsschule in gebundener Form, in den Träger der Jugend- und Berufshilfe eingebunden sind. Im Rahmen des Bund-Länderprogramms LOS (Lokales Kapital für Soziale Zwecke) und vermittelt durch das zentrale Fachgremium KOJAK (Koordination offene Jugendarbeit in Kranichstein) sind vielfältige Projektformen entstanden, die bereits auf die zukünftige Form einer konzertierten Umsetzung der Bildungsaufträge bzw. des gemeinsamen ideellen Bildungsauftrags von Jugendarbeit und Schule verweisen (für Beispiele siehe Abschnitt 7 "Modell Kranichstein" - darin und in den Anlagen sind die vielfältigen Kompetenzen der Kooperation zwischen Jugendarbeit und Schule beschrieben). Es geht nun darum, verbindliche Orte und Verfahren gemeinsamer Bildungsplanung und konkrete Umsetzungsschritte zu schaffen, die über das bisher erreichte Maß hinausgehen und insbesondere darum, Formen der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen weiter zu entwickeln, die deren Autonomiestatus im Bildungsprozess nachhaltig garantieren.

Projektposter